Zwei Männer sollen Fahrraddiebe sein. Einer von ihnen sorgt für Zuschauerinteresse: ein Schweizer, der als Sprayer Puber bekannt wurde

Wien – “Mit dem Interesse habe ich nicht gerechnet”, stellt Richterin Elisabeth Reich verwundert fest, als sie ihren Blick durch den Saal 102 des Wiener Landesgerichts schweifen lässt. Nicht nur Journalisten und Gerichtskiebitze sind hier – jeder einzelne Sitzplatz ist besetzt, an den Wänden lehnen dichtgedrängt die Zuhörerinnen und Zuhörer.

Der Grund des Interesses an dem Prozess um Fahrraddiebstahl, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung an einem Polizisten ist der Zweitangeklagte. Renato S. ist nämlich besser unter seinem Künstlernamen Puber bekannt und wurde im Sommer 2014 zu 14 Monaten teilbedingt verurteilt, da er in ganz Wien seinen Schriftzug auf Wände gesprüht hat.

Diesmal sind der 29-jährige Schweizer und Erstangeklagter Manuel W. hier, da sie in der Nacht des 12. April ein Rad gestohlen haben sollen und S. sich bei seiner Festnahme gewehrt hat.

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Er sei laut Polizei ertappt worden, als er ein Fahrrad stehlen wollte, und trug Spraydosen bei sich

Wien – Der Schweizer Sprayer mit dem Spitznamen Puber ist am Dienstagmorgen einem Bericht des Kurier zufolge in Wien festgenommen worden. Die Polizei bestätigte dem STANDARD diese Information. Puber wurde allerdings nicht, wie der Kurier schreibt, auf frischer Tat dabei ertappt, dass er sein Tag auf eine Lärmschutzwand der ÖBB sprayte. Bei besagter Lärmschutzwand wurden laut Polizeisprecher Roman Hahslinger am Dienstagmorgen drei Personen beim Sprayen erwischt. Einer von ihnen wurde festgenommen – nicht Puber –, die anderen zwei flüchteten.

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Joanneum-Forscher präsentieren Alternative zur Gebäudeüberwachung mittels Kameras

Graz – Sie sind Teil unserer Gegenwartskultur, aber keineswegs überall willkommen: Graffiti. Für solche Örtlichkeiten hat eine Forschergruppe am Grazer Joanneum Research ein neues, äußerst fokussiertes Monitoringsystem entwickelt: Es löst Alarm aus, wenn es das typische Klacken einer Spraydose registriert.

Eine Überwachung von Bauwerken mit Kameras kann bei Dunkelheit, Nebel oder an unübersichtlichen Plätzen nicht viel ausrichten oder ist zumindest aufwendig. Hier kommt daher das neue Überwachungssystem ins Spiel: Es beruht auf Sensoren, die typische Graffiti-Applikationsgeräusche detektieren. “Unser System erkennt das Klacken der Mischkugel in der Spraydose”, sagt Franz Graf von der Forschungsgruppe “Intelligente Akustische Lösungen”. Möglich wird das durch eine am Joanneum Research entwickelte Analyse-Software und entsprechend sensible Sensoren.

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Ein 35-Jähriger soll in seiner Gasse alles mögliche mit einem Lackstift verunstaltet haben. Verurteilt wird er dafür nicht

Wien – Ob Graffiti Kunst oder Vandalismus sind, ist eine nicht unumstrittene Frage. Den Anspruch, kreativ tätig gewesen zu sein, erhebt Pavlin M. allerdings gar nicht. Er gesteht Richterin Stephanie Öner unumwunden, dass ihn ein schwarzer Lackstift mit einer Anklage wegen schwerer Sachbeschädigung vor sie gebracht hat.

“Ich hatte mehr Bier getrunken, als ich vertrage, dann habe ich den gefunden”, sagt er. Was er mit diesem gemacht hat? “Ich kann es mir nicht erklären.” Er hat nämlich in der Gasse, in der er in Wien-Leopoldstadt wohnt, alles mögliche beschmiert. Mit “BO4″. “Hat das einen Zweck gehabt?”, fragt Öner. “Nein, es war ein äußerst dummer Einfall.”

Er verunstaltete ziemlich alles, was so in der Gegend herumstand. Fenster, Eingangstüren, eine Hauswand, einen Briefkasten, mehrere Autos, ein Verkehrszeichen, einen Kaugummiautomaten. “Haben Sie das dann eigentlich selbst geputzt oder den Geschädigten Geld gezahlt?”, interessiert die Richterin. “Ich habe versucht, die Leute zu erreichen, einige hatten es aber schon reinigen lassen.”

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Sprayer verursachen in Österreich Schäden im Millionenhöhe – Aufklärungsquote österreichweit bei rund 20 Prozent

Wien – 13 Sachbeschädigungen pro Tag werden durch Graffiti verursacht. Österreichweit entstehen dabei jährliche Schäden in Millionenhöhe. “Vor allem für Städte sind Sprayer ein großes Problem und die Vergehen längst keine Kavaliersdelikte”, hieß es Dienstag in einer Aussendung das Bundeskriminalamt (BK) und des österreichische Versicherungsverband (VVO).

In Österreich wurde im Jahr 2013 “Sachbeschädigung durch Graffiti” 4.585 Mal zur Anzeige gebracht. Mehr als die Hälfte aller Delikte wurden in Wien gemeldet, die Bundesländer folgen in großem Abstand. “Sachbeschädigung durch Graffiti ist national und international ein urbanes Problem. Die Aufklärungsquote liegt im langjährigen Durchschnitt österreichweit bei 20 Prozent. “Die Täter sind sich in sehr vielen Fällen sehr wohl bewusst, welches Delikt sie setzen und welche hohen Schäden sie anrichten. Sie planen ihre Aktionen, vermummen sich und einer steht Schmiere”, so Herwig Lenz von der Kriminalprävention des Bundeskriminalamtes.

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Sechs Jahre hingen Salzburgs Skater in der Warteschleife. Nun bekommen sie einen professionellen Skatepark. Auch für Sprayer findet die Stadt Platz. Graffiti gibt es fast nur auf legalen Flächen

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Graffiti-Unterführung

Auch für die Graffitisprayer gibt es einen Schlechtwetterplatz in Salzburg. Die Unterführung unter der Alpenstraße auf der Höhe der naturwissenschaftlichen Fakultät wird seit rund vier Jahren durch legale Artworks verschönert. Die Stadt Salzburg stellt den Sprayern Wände zur Verfügung, wo das sprühen offiziell erlaubt ist. “Seit es das Projekt Salzwand gibt, sind die illegalen Graffiti stark zurückgegangen”, sagt Michael Töpfer, der mit seinem Verein “Way of Arts” in der Szene verankert ist. “Die Einzigen, die noch illegal sprayen, sind die jungen Kids, die sich was beweisen müssen und den Nervenkitzel brauchen.”

Die legale Wand in der Unterführung ist bei den Sprayern besonders beliebt. Rund 600 Jugendliche haben in den vergangenen vier Jahren hier schon Graffiti gesprüht. Doch ob die Unterführung auch in Zukunft genutzt werden kann, ist noch unklar. Ein Zebrastreifen ersetzt die Unterführung. Das Land als Eigentümer der Straße überlegte, die Unterführung zu schließen. Nun versucht der Verein zusammen mit der Jugendbeauftragten der Stadt, Isabel Bojanovsky, eine Lösung zu finden.

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Kunstkollektiv bemalte Miethausfassade

Wien – Für Niklas Worisch sind es mehr als nur Bilder an der Wand: Die Fassadenbemalung in der Wiener Burggasse 98, also im Bobo- und Hochmietenbezirk Neubau, solle ein Signal zum Ankurbeln der lokalen Kreativencommunity setzen, wünscht sich der Kunststudent: “Zwar stehen in der Burggasse immer mehr Straßenlokale leer, aber immer noch gibt es viele Werbeagenturbüros und Kunstateliers in der Gegend. Deren Inhaber und Mitarbeiter möchte ich gern vernetzen.”

Zu diesem Zweck hat Worisch ein Zeichen gesetzt: Er ließ den Graffitikünstlern der Irga-Irga-Crew (bestehend aus den Künstlern Knarf, Mafia und Freshmax) auf der straßenseitigen Fassade des zweistöckigen, 1910 erbauten Mietshauses freien Gestaltungsraum. Als Miteigentümer der Immobilie, die praktischerweise genau außerhalb der Stadtbilderhaltungszone steht, habe er das Recht dazu, betont Worisch. In der Zone haben Besitzer die Auflage, ihr Haus möglichst originaltreu zu erhalten.

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Gerichtsmedizinisches Gutachten schließt behaupteten Steinwurf durch Mitarbeiter der Wiener Linien aus – 28-Jähriger dürfte gestolpert und auf Geleise gestürzt sein

Wien – Ein auf frischer Tat ertappter Sprayer, der Ende April beim Versuch, vor Mitarbeitern der Wiener Linien davonzulaufen, zu Sturz gekommen war und lebensgefährliche Kopfverletzungen erlitten hatte, ist nicht von einem Stein getroffen worden. Zu diesem Ergebnis kommt das nun vorliegende gerichtsmedizinische Gutachten. Fremdverschulden ist demnach auszuschließen.

Der 28-Jährige war in der Nacht auf den 24. April 2014 im Bahnhof Hütteldorf beim Anbringen von Graffiti erwischt und von Mitarbeitern der Wiener Linien der Polizei übergeben worden. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme um 2.00 Uhr in der Früh wies er eine tiefe Wunde im rechten Schläfenbereich auf. Der Mann, der zunächst noch ansprechbar war, behauptete, er sei mit einem Stein beworfen und getroffen worden.

Diese Darstellung ist nun endgültig vom Tisch, nachdem bereits Zeugen den Steinwurf dementiert und der Polizeibericht einen solchen ausgeschlossen hatte. Laut Gutachten dürfte der 28-Jährige beim Versuch, sich seiner Anhaltung zu entziehen, im Davonlaufen über seine linke Schulter zurückgeblickt haben. Dabei kam er ins Stolpern, verlor das Gleichgewicht und stürzte auf die Geleise, wobei er mit voller Wucht mit dem Kopf aufprallte – just auf eine massive Schraube aus Stahl, deren Abdruck noch knapp über dem rechten Ohr des Mannes zu sehen war.

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Mehr dazu hier:

- krone.at
- diepresse.com
- kurier.at
- vienna.at



Ein 30-Jähriger soll ganz Wien mit seinem Schriftzug “Puber” vollgesprüht haben. Die Anklage ist aber teils lückenhaft, kritisiert der Richter

Wien – Renato S. hat es geschafft – er ist eine Berühmtheit. Unter seinem Künstlernamen. Denn selbst Richter Wilhelm Mende ruft zu Prozessbeginn zur “Strafsache Puber” auf und verwendet nicht, wie üblich, den vollen Namen des Angeklagten.

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