(Foto: anonym)

Nachdem wir vor drei Tagen über die Wiener Linien und das Sommerloch berichteten, wurden uns nun Fotos und eine Nachricht anonym zugespielt. Darin gibt eine Gruppe an, Hintergrundinformationen über die Panels aus dem ORF-Beitrag vom Montag zu haben, die Anlass für eine weitere Auseinandersetzung mit der Berichterstattung bieten.

Der ORF berichtete auf seiner Homepage, dass “ein Zug, der am Freitag großflächig mit Graffiti beschmiert worden ist, nun händisch gereinigt werden müsse”. Im dazugehörigen Fernsehbeitrag wurde dann in Erdberg die aufwendige Reinigung des U-Bahn Waggons 3005 gezeigt, welcher sich nicht mehr im Fahrgastbetrieb befindet. Zu Beginn des Beitrags wird noch einmal auf die großflächige Besprühung von U-Bahnen in Erdberg von vergangenem Freitag hingewiesen. Aus den Informationen, die Spraycity.at zur Verfügung stehen, geht allerdings hervor, dass die besagte Garnitur nicht im Juli 2015 sondern bereits Ende 2014 und außerdem nicht in Erdberg besprüht wurde. Des Weiteren erhielten wir den Hinweis auf ein Gespräch, welches die Gruppe beim Fotografieren der Panels mit einem Wiener Linien Mitarbeiter führte. Demzufolge würde der Silberpfeil mit der Nummer 3005 ohnehin in naher Zukunft verschrottet werden.


(Foto: anonym)

Auch wenn nie ausdrücklich gesagt wurde, dass es sich bei den im Bericht gezeigten Panels um die aktuellen “großflächigen Graffiti Beschmierungen aus Erdberg” handelt, wird dem ORF Publikum ein Zusammenhang vorgetäuscht. Fraglich bleibt, ob die “größflächigen Graffiti Beschmierungen in Erdberg” überhaupt stattgefunden haben oder ob mit Hilfe der alten Panels einfach eine Geschichte konstruiert wurde. Die Kombination der Aufnahmen mit dem Hinweis auf den jährlichen Schaden in Millionenhöhe führt unter den Zusehern natürlich zu einer Ablehnung von Graffiti auf U-Bahnen. Schließlich könnten die teuren Graffiti-Entfernungen ja Auswirkungen auf den Fahrpreis haben. Doch eigentlich dürften durch die Panels aus dem Fernsehbericht keine Schäden durch Reinigung und Standkosten entstanden sein, da die immer noch besprühte Garnitur weiterhin in Erdberg abgestellt ist, wie auf einem Foto vom 30.07.2015 zu erkennen ist.

Fraglich bleibt außerdem, ob die angegebenen 3.000 € trotzdem in die Schadensstatistik einfließen. Immerhin wurde ein kleiner Bereich des Panels, welches sich seit Ende des vergangenen Jahres auf dem nicht mehr betriebenen Zug befand, eigens für die Fernsehaufnahmen gereinigt. Wenn dies die gängige Methode zur Bemessung von Graffiti Schäden darstellt, ist ein jährlicher Schaden in Millionenhöhe nicht weiter verwunderlich.

Stefan Wogrin
stefan.wogrin@spraycity.at





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Ein Jahr nach Verurteilung wegen Sachbeschädigung in Wien soll der Schweizer Sprayer “Puber” in seiner Heimat die Justiz beschäftigen.

Vor einem Jahr wurde der Schweizer Renato S. in Wien wegen Sachbeschädigung zu 14 Monaten teilbedingter Haft verurteilt. Er war monatelang als Sprayer “Puber” seinen Schriftzug in Wien angebracht. Nun soll S. wieder aktiv sein – diesmal in der Schweiz. Wie die Boulevardzeitung “Blick” berichtet, ermittelt auch die eidgenössische Justiz gegen den Zürcher.

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